SEO & GEO Glossar · 2. Mai 2026
Domainwechsel: Der riskanteste Eingriff und wie man ihn absichert
Ein Domainwechsel überträgt die gesamte aufgebaute Sichtbarkeit auf eine neue Adresse. Bei sauberer Durchführung gelingt das weitgehend verlustfrei – bei unsauberer ist der Schaden erheblich und schwer zu reparieren.
Vor dem Wechsel
- Vollständige URL-Inventur der alten Domain – aus Sitemap, Crawl, Search Console und Logfiles
- Für jede URL das Ziel auf der neuen Domain festlegen
- Rankings, Traffic und Anfragen der letzten Monate dokumentieren
- Neue Domain in der Search Console anlegen und bestätigen
- Weiterleitungsplan auf einer Testumgebung prüfen
- Interne Verlinkung auf der neuen Domain vollständig auf neue URLs umstellen
- Externe Verlinkungen erheben und die wichtigsten Partner vorab informieren
Am Tag des Wechsels
- 301-Weiterleitungen aktivieren, URL für URL, nicht pauschal auf die Startseite
- Adressänderung in der Search Console melden
- Neue Sitemap einreichen, alte vorerst bestehen lassen
- robots.txt der neuen Domain prüfen
- Canonicals prüfen – zeigen sie auf die neue Domain?
- Strukturierte Daten auf neue URLs umstellen
- Messung kontrollieren: Analytics, Tag-Verwaltung, Conversion-Ziele
Was man erwarten darf
Ein vorübergehender Rückgang von zehn bis dreissig Prozent über zwei bis sechs Wochen ist normal. Danach sollte die Kurve zurückkehren – bei sauberer Durchführung häufig vollständig.
Bleibt der Rückgang nach acht Wochen bestehen, liegt in der Regel ein konkreter Fehler vor: fehlende oder falsche Weiterleitungen, Weiterleitungsketten, eine gesperrte robots.txt oder Canonicals, die noch auf die alte Domain zeigen.
Die alte Domain
Sie sollte mindestens ein Jahr, besser dauerhaft bestehen bleiben und weiterleiten. Externe Verlinkungen auf alte Adressen bestehen oft über Jahre fort; wer die Domain aufgibt, verliert diese Signale endgültig.
Die Kosten dafür sind gering. Es ist eine der wenigen Stellen, an denen sich Sparen zuverlässig rächt.
Bei mehrsprachigen Auftritten
Die hreflang-Auszeichnung muss auf der neuen Domain vollständig neu aufgebaut werden – und zwar so, dass sie auf die neuen URLs verweist. Verweise auf alte Adressen führen dazu, dass die Verknüpfung ignoriert wird und Sprachfassungen gegeneinander konkurrieren.
Häufige Fragen
- Wie lange dauert die Erholung?
- Bei sauberer Durchführung zwei bis sechs Wochen. Bei fehlerhaften Weiterleitungen deutlich länger oder unvollständig.
- Sollte man gleichzeitig die Struktur ändern?
- Besser nicht. Wenn Domain und Struktur gleichzeitig wechseln, lässt sich die Ursache eines Rückgangs nicht mehr bestimmen.
- Wie lange die alte Domain halten?
- Mindestens ein Jahr, besser dauerhaft. Die Kosten sind gering, der Verlust bei Aufgabe endgültig.
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