SEO & GEO Glossar · 3. Juli 2026
Keyword-Recherche für kleine Märkte: Wenn das Tool null anzeigt
Die übliche Vorgehensweise beginnt mit einem Recherchewerkzeug und sortiert nach Suchvolumen. In einem Markt von der Grösse der Schweiz führt das systematisch zu falschen Prioritäten.
Das Grössenproblem
Die Deutschschweiz hat eine Grundgesamtheit, die einen Bruchteil des deutschen Markts ausmacht. Ein Begriff mit tausend monatlichen Anfragen in Deutschland liegt hier häufig im niedrigen zweistelligen Bereich – und damit unterhalb dessen, was Werkzeuge zuverlässig ausweisen.
Die Folge: Hochrelevante Begriffe werden mit null angezeigt. Wer nur nach ausgewiesenem Volumen priorisiert, verwirft genau die Anfragen, hinter denen Aufträge stehen.
Bessere Quellen
- Search Console: zeigt reale Anfragen mit realen Einblendungen – die einzige Quelle ohne Schätzung
- Suchbegriffsbericht aus Google Ads: zeigt, welche Anfragen tatsächlich zu Klicks und Abschlüssen führten
- Der eigene Vertrieb: in welchen Worten beschreiben Interessenten ihr Problem im Erstgespräch?
- Interne Suche: was suchen Besucher auf Ihrer eigenen Website vergeblich?
- Ähnliche Fragen bei Google: die aufklappbaren Fragen unterhalb der Ergebnisse
- Auskunftsstelle oder Telefonzentrale: zwei Wochen Notizen ersetzen jede Recherche
Die richtige Einstellung der Werkzeuge
Wo Werkzeuge eingesetzt werden, müssen sie auf Schweiz und google.ch eingestellt sein – nicht auf DACH und nicht auf Deutschland. Eine DACH-Einstellung mischt drei Märkte mit sehr unterschiedlicher Grösse und liefert Zahlen, die für keinen davon stimmen.
Bei mehrsprachigen Projekten gilt dasselbe je Sprache: französische Volumina mit Schweizer Länderbezug, nicht mit französischem.
Priorisieren ohne Volumen
Wenn das Volumen unbekannt ist, entscheidet der Wert eines Auftrags. Die praktische Frage lautet: Wie viele zusätzliche Anfragen im Jahr würden den Aufwand rechtfertigen? Bei einem Deckungsbeitrag im vierstelligen Bereich sind das oft weniger als zehn – und dafür genügt ein Begriff, den kein Werkzeug ausweist.
Ergänzend hilft ein Blick auf die Ergebnisseite: Wer dort steht, wie gut die Inhalte sind und ob überhaupt jemand die Frage vollständig beantwortet. Ein Feld ohne gute Antwort ist ein Feld mit Nachfrage.
Die Absicht bleibt entscheidend
Auch bei bekanntem Volumen ist die Absicht wichtiger als die Zahl. Ein Begriff mit hundert Anfragen und klarer Kaufabsicht ist mehr wert als einer mit fünftausend rein informierenden. Prüfen Sie deshalb immer die tatsächliche Ergebnisseite, bevor Sie priorisieren.
Häufige Fragen
- Welche Werkzeuge liefern brauchbare Schweizer Daten?
- Die gängigen Anbieter unterstützen die Schweiz, weisen aber viele Begriffe mit null aus. Ergänzen Sie sie immer um Search-Console- und Ads-Daten.
- Sollen wir Begriffe ohne Volumen bearbeiten?
- Wenn der Auftragswert stimmt und die Absicht klar kaufbereit ist, ja. Gerade dort ist der Wettbewerb dünn.
- Wie erhebt man französische Volumina korrekt?
- Werkzeug auf Schweiz und französische Sprache einstellen. Französische Volumina aus Frankreich sind nicht übertragbar.
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