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SEO & GEO Glossar · 17. Juli 2026

Lokalisierung statt Übersetzung: Warum wörtlich nicht funktioniert

Eine korrekte Übersetzung kann vollständig an der Nachfrage vorbeigehen. Der Grund ist einfach: Mit der Sprache wechselt nicht nur das Vokabular, sondern auch, wonach gesucht wird und in welchem Rahmen die Aussage gilt.

Was Lokalisierung zusätzlich umfasst

  • Suchnachfrage: Welche Begriffe werden im Zielsprachraum tatsächlich verwendet – unabhängig davon, wie das Ausgangswort lautet
  • Terminologie: Fachbegriffe unterscheiden sich zwischen Ländern derselben Sprache erheblich
  • Rechtsrahmen: Verweise auf Gesetze, Normen und Zuständigkeiten
  • Zahlenformate: Währung, Datum, Masseinheiten, Dezimaltrennzeichen
  • Beispiele: Ein Fallbeispiel aus dem falschen Markt wirkt fremd
  • Ansprache: Formalitätsgrade unterscheiden sich zwischen Sprachräumen

Beispiele aus dem Schweizer Kontext

DeutschlandDeutschschweiz
SteuerberaterTreuhänder
BundeslandKanton
StraßeStrasse
Gesetzliche KrankenkasseGrundversicherung
GewerbeamtHandelsregisteramt

Dieselbe Logik gilt zwischen Frankreich und der Romandie sowie zwischen Italien und dem Tessin. Eine französische Fassung aus Frankreich verwendet Begriffe aus Verwaltung, Versicherung und Recht, die in der Romandie ungebräuchlich sind – sie liest sich korrekt und fremd zugleich.

Der Rechtsrahmen ist der heikelste Teil

Bei rein beschreibenden Inhalten ist eine wörtliche Übersetzung meist unproblematisch. Sobald Rechtsverweise, Fristen, Steuersätze oder Zuständigkeiten im Spiel sind, wird sie zum Risiko: Eine übersetzte Aussage, die auf ausländischem Recht beruht, ist im Zielmarkt schlicht falsch.

Das betrifft nicht nur juristische Inhalte. Angaben zu Gewährleistung, Widerruf, Lieferbedingungen, Zulassungen und Datenschutz gehören in jeder Fassung an den lokalen Rahmen angepasst – und mit Stand versehen.

Wie man vorgeht

  1. Suchnachfrage im Zielsprachraum eigenständig erheben, mit korrektem Länderbezug
  2. Prüfen, ob die vorhandene Seitenstruktur zur dortigen Nachfrage passt – manchmal braucht es eine andere Seite statt einer Übersetzung
  3. Übersetzen lassen, mit Terminologieliste als Vorgabe
  4. Muttersprachlich prüfen lassen, durch eine Person aus dem Zielmarkt
  5. Rechtsverweise, Zahlen und Beispiele anpassen
  6. Nach drei Monaten anhand der Search-Console-Daten nachjustieren

Häufige Fragen

Wie erkennen wir eine unpassende Terminologie?
Über die Suchvorschläge auf google.ch in der Zielsprache und über die Search Console, sobald erste Einblendungen vorliegen – dort stehen die tatsächlich verwendeten Begriffe.
Lohnt sich eine Terminologieliste?
Sehr. Sie verhindert, dass verschiedene Übersetzer denselben Begriff unterschiedlich wiedergeben – und macht spätere Aktualisierungen konsistent.
Muss die Ansprache angepasst werden?
Häufig ja. Formalitätsgrade und die Frage, wie direkt man Nutzen benennt, unterscheiden sich zwischen Sprachräumen spürbar.

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